Ich bin nicht wie die anderen Tabitas Lebensgeschichte und Zeugnis

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Heute möchte ich euch die Geschichte von Tabita erzählen. Es ist eine wahre Geschichte – auch wenn sie sich stellenweise liest wie ein dramatischer Roman. Es ist die Geschichte einer Frau, die tief gelitten und unglaublich viel ertragen musste, die aber mit Gottes Hilfe immer wieder aufstehen und weitergehen konnte. Dieses Zeugnis zeigt eindrücklich, wie ein Mensch durch den Glauben und die Nähe Gottes selbst die schwersten Zeiten überwinden kann.

Ich kenne diese Frau sehr gut. Aus Scham möchte sie ihren echten Namen nicht öffentlich nennen. Mit ihrem Einverständnis erzähle ich euch heute aus ihrem Leben. Ich nenne sie hier Tabita – auch alle anderen Namen in dieser Geschichte sind Pseudonyme.


Die Anfänge

Tabita war das einzige Kind ihrer Eltern. Ihr Leben verlief in verhältnismäßig ruhigen Bahnen – bis ihr Vater verstarb, als sie gerade 15 Jahre alt war.

Von diesem Tag an war nichts mehr wie vorher. Der schmerzhafte Gedanke, dass geliebte Menschen versterben und scheinbar für immer verschwinden, riss eine riesige Wunde in ihre Seele. Sie hatte damals keinerlei Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod; es schien das endgültige Aus zu sein. Gott kannte sie zu dieser Zeit noch nicht.

Den Rest ihres jungen Lebens war sie auf der Suche nach dem, was sie verloren hatte: Sie sehnte sich nach der Geborgenheit einer heilen, vollständigen Familie. Und dazu – so glaubte sie damals – brauchte sie einen Mann.

Tabita machte sich auf die Suche nach der großen Liebe. Obwohl sie eine sehr hübsche, schlanke junge Frau war, litt sie unter starken Selbstzweifeln. Sie glaubte, zu hässlich zu sein und dass kein Mann jemals Gefallen an ihr finden könnte. Als sie 17 war und all ihre Freundinnen bereits fest vergeben waren, hatte sie Angst, als „alte Jungfer“ alleine zu bleiben.

Kurz darauf lernte sie ihren ersten Freund kennen. Er verließ sie jedoch bald wegen einer anderen, weil sie noch nicht bereit war, mit ihm zu schlafen. Der zweite Mann folgte schnell. Bei ihm wollte sie nicht den gleichen „Fehler“ machen – und so verlor sie ihre Unschuld an einen Mann, der sie nur für eine einzige Nacht wollte. Sie fühlte sich ausgenutzt, beschmutzt und wollte nicht mehr leben. In derselben Nacht landete sie mit 17 Jahren auf der Intensivstation, weil sie versucht hatte, sich das Leben zu nehmen.

Von diesem Tag an begannen schwere Essstörungen, die sie über viele Jahre begleiten sollten. Phasen starker Gewichtszunahme bis hin zur Fettleibigkeit wechselten sich ab mit extremen Diäten und drastischer Gewichtsabnahme. Ihr Selbstbewusstsein war am Boden – selbst in den Zeiten, in denen sie schlank war und von anderen begehrt wurde.


Die erste Ehe

Immer noch im Alter von 17 Jahren lernte Tabita den Mann kennen, den sie mit 18 heiratete – obwohl sie wusste, dass er sie schon vor der Hochzeit betrogen hatte. Sie liebte ihn von ganzem Herzen. Nach zwei Jahren Ehe trennte sie sich schweren Herzens, weil er sie erneut betrog und keinen Hehl daraus machte; schonungslos erzählte er ihr von seinen Seitensprüngen.

Die seelische Belastung war so immens, dass Tabita begann, sich selbst zu verletzen. Als er eines Abends nach Hause kam und ihr unverblümt erzählte, wie schön es mit zwei Frauen gleichzeitig auf dem Rücksitz seines Autos war, griff sie zur Rasierklinge, um den Qualen ihres Lebens ein zweites Mal ein Ende zu setzen. Als er sie blutend im Badezimmer fand, zeigte er kein Erbarmen. Statt ihr zu helfen, schlug er sie die Treppe hinunter und bestellte erst danach einen Krankenwagen.

Zurück aus dem Krankenhaus setzte sie ihn vor die Tür. Gelitten hat sie dennoch zutiefst, denn sie liebte ihn nach wie vor. Nach vier Jahren folgte die Scheidung.


Die zweite Ehe

Schon ein Jahr nach der Trennung lernte Tabita ihren nächsten Partner kennen. Gleich nach der Scheidung wurde geheiratet, da Tabita mehr denn je von der Angst getrieben war, niemals wirklich geliebt zu werden.

Sie bekam Kinder mit ihm und war 20 Jahre lang mit ihm verheiratet. Sie war sich tief im Herzen sicher, dass dieser Mann sie niemals betrügen würde. Aus diesem Grund hielt sie jahrelang bei ihm aus – trotz Lügen, Täuschung sowie psychischer und körperlicher Gewalt.


Tabita lernt Gott kennen

Während dieser zweiten Ehe passierte das Entscheidende: Tabita lernte Gott kennen und übergab Jesus Christus ihr Leben. Ohne ihn und ohne den Glauben an ihn hätte sie diese schwere Zeit wohl kaum überlebt. Sie besuchte Gemeinden, betete, las täglich in der Bibel und erzog ihre Kinder im christlichen Glauben.

Doch die Enttäuschungen rissen nicht ab. Eines Tages rief eine fremde Frau an, die ihren Freund sprechen wollte und den Namen von Tabitas Ehemann nannte. Nach dem Gespräch beteuerte er, die Frau nicht zu kennen und dass es sich um einen üblen Scherz handeln müsse. Tabita glaubte ihm.

Jahre später rief der Ehemann eines befreundeten Paares an und fragte sie: „Weißt du eigentlich, wo dein Mann gerade ist? Er ist bei meiner Frau.“

Tabita war am Boden zerstört. Dennoch wollte sie ihm eine allerletzte Chance geben, und er versprach Besserung. In ihrer christlichen Gemeinde suchte sie Hilfe und bat um Gebet – doch man zeigte wenig Interesse an ihren Nöten. Enttäuscht wandte sie sich von dieser Gemeinde ab und lebte ihren Glauben fortan allein.

Kurze Zeit später kam ihre Tochter zu ihr: „Mama, ich muss dir etwas sagen.“ Die Tochter hatte herausgefunden, dass ihr Vater ein Verhältnis mit einer Reinigungskraft seiner Firma hatte.

In den folgenden Jahren entfernte sich Tabita schleichend von Gott, ohne es selbst zu merken. Sie nahm ab, ging aus, suchte Trost im Alkohol und wollte einfach nur dem Schmerz entfliehen. Schließlich ließ sie sich scheiden. Weitere Versuche, mit anderen Männern glücklich zu werden, scheiterten rasch an deren Unehrlichkeit.


Tabitas vermeintlich große Liebe

Bis sie schließlich ihre scheinbar große Liebe kennenlernte …

Tabita lernte Mike über ein Internet-Portal kennen. Nie zuvor war ein Mann so zärtlich und liebevoll zu ihr gewesen. Erst jetzt, mit über 50 Jahren, fühlte sich Tabita zum ersten Mal im Leben aufrichtig geliebt. Er gab sogar an, an Gott zu glauben. Alles schien perfekt.

Doch wann immer sie den leisen Verdacht hatte, dass er unehrlich sein könnte, beschwichtigte er sie: „Ich bin nicht wie die anderen! Vergleiche mich nicht immer mit deinen Ex-Männern, so etwas mache ich nicht.“ Wenn Tabita nicht sofort einlenkte, wurde er wütend, machte ihr Vorwürfe, bezeichnete sie als „nicht normal“ oder drohte mit dem Beziehungsende. Aus Angst, ihre große Liebe zu verlieren, lenkte Tabita jedes Mal ein und entschuldigte sich sogar.


Der Tod spricht das letzte Wort

Nach wenigen Jahren verlor sie ihn völlig unerwartet durch seinen plötzlichen Tod. Ihre Welt brach zusammen. Der Schmerz war so unermesslich groß, dass sie dachte, an der Trauer zu zerbrechen. Endlich hatte sie die vermeintlich „wahre Liebe“ gefunden – und nun riss der Tod sie ihr wieder weg.

Doch es sollte noch schlimmer kommen.

Mike hatte Tabita zu Lebzeiten das Passwort zu seinem E-Mail-Account gegeben. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, sich dort ungefragt einzuloggen. Nach seinem Tod wollte sie lediglich die E-Mails sichern, die sie sich gegenseitig geschrieben hatten.

Was sie dort fand, riss ihr den Boden unter den Füßen weg. Dass er kostenpflichtige Zugänge zu Porno-Portalen nutzte, war schon ein Schock. Doch viel schlimmer: Er war auf Dating-Seiten aktiv und suchte dort gezielt nach Frauen für Sex-Abenteuer. Dabei hatten die beiden seit zwei Jahren keinen Intimkontakt mehr gehabt, weil er behauptet hatte, impotent zu sein. Aus Liebe hatte Tabita das akzeptiert und nie nachgebohrt.


Das wahre Gesicht: Die ganze Wahrheit

Mike war ein akribischer Mensch, wenn es darum ging, seine Ausgaben in Tabellen zu dokumentieren. Auf seinem Online-Speicher fand sie diese Dateien. Ende 2015 hatte er eine größere Erbschaft gemacht – was er Tabita vollständig verschwiegen hatte, obwohl er stets behauptete, kein Geld zu haben.

Aus den Unterlagen ging hervor: Innerhalb von nur vier Tagen hatte er rund 4.000 Euro in einem Bordell ausgegeben.

Tabita konnte sich noch genau an diese Tage erinnern; die Daten deckten sich exakt mit ihren damaligen Tagebucheinträgen: An einem dieser Abende hatte er urplötzlich ohne Vorwarnung stundenlang sein Handy ausgeschaltet. Tabita hatte sich wahnsinnige Sorgen gemacht und fuhr voller Angst zu seiner Wohnung. Dort fand sie ihn nicht vor – dafür aber den Kontoauszug über die Erbschaft auf dem Tisch. Am nächsten Tag tat er am Telefon so, als wäre nichts gewesen, und behauptete, er habe geschlafen. Als sie ihn vorsichtig auf ihren Verdacht ansprach, reagierte er hochgradig verärgert, drohte mit Trennung und forderte Vertrauen ein. Und Tabita bettelte ihn damals an, bei ihr zu bleiben …

Nun war der Vorhang gefallen. Sie erkannte, dass er genau an jenen Abenden im Bordell gewesen war, während sie zu Hause um ihn gezittert und gebetet hatte.

Es ist kaum vorstellbar, was in einer trauernden Frau vorgeht, wenn sie so etwas erfährt. Sie wusste nicht mehr, ob sie trauern, weinen, wütend sein oder verzweifeln sollte. Der Mann, der am lautesten Vertrauen eingefordert und beteuert hatte, „nicht wie die anderen“ zu sein, hatte sie belogen und betrogen wie niemand zuvor.


Tabita findet die einzig wahre Liebe

Solch einen tiefen Schmerz kann man nur mit der Hilfe Gottes überstehen. Einem Mann wird Tabita wohl nie wieder vertrauen können.

In dieser schweren Phase wurde ihr aber auch bewusst, dass sie in jenen Jahren nicht mehr wirklich nach Gottes Willen gelebt hatte. Doch Gottes Gnade ist größer als unsere Umwege.

Tabita hat ihr Leben neu geordnet. Sie lebt heute wieder in einer tiefen, festen Beziehung zu Gott und vertraut ihm von ganzem Herzen. Sie lebt für ihre Kinder, Enkelkinder und ihre Mutter und ist inzwischen in Rente. Bald feiert sie ihren 64. Geburtstag. Die ehrliche Liebe eines irdischen Mannes durfte sie nie kennenlernen – aber dafür kennt sie heute die wahre Liebe Gottes, die unendlich viel mehr wert ist.

Es ist die Liebe von Jesus Christus zu ihr und zu uns allen: Die einzige Liebe auf dieser Welt, die ohne Falsch und Lüge ist. Die einzige Liebe, auf die wir uns felsenfest verlassen können. Sie hat ewigen Wert, verfällt nie und hat Tabita die Kraft gegeben, trotz all der Wunden wieder glücklich zu leben und von Herzen zu vergeben.

Diese Geschichte klingt wie ein Roman, aber sie ist absolut wahr.


„Weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“
(Römer 8,39)

„Gott aber hat uns seine große Liebe gerade dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“
(Römer 5,8)

„Der Herr ist der barmherzige und gnädige Gott. Seine Geduld ist groß, seine Liebe und Treue kennen kein Ende!“
(nach 2. Mose 34,6)

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
(Johannes 3,16)

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“
(Jesaja 43,1)

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